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LINK zum KONGRESS

 

Es ist seit langem bekannt und doch immer wieder erschreckend: Unser Verbrauch an Ressourcen ist trotz aller bisherigen Bemühungen zu hoch und wir produzieren nach wie vor viel zu viel Müll. Und leider kommt ein Großteil, nämlich 54 Prozent der Abfälle, aus dem Bausektor. Welche Konsequenzen müssen wir hieraus ziehen? Wie können wir nicht nur umdenken, sondern auch entsprechend handeln? Und können oder müssen wir uns eine andere Art zu Bauen überhaupt leisten?

 

[...] Nach einer kurzen Begrüßung der Gäste und Partner durch DETAIL Geschäftsführerin Karin Langstartete der Kongress mit dem lebendigen Eröffnungsbeitrag von Annette Hillebrandt von der Bergischen Universität Wuppertal. Aus der klassischen Architektur kommend hat sich Frau Hillebrandt in den letzten Jahren immer stärker dem Thema Recycling im Bauwesen zugewandt und gilt als ausdrückliche Expertin auf diesem Gebiet. Mit der prägnanten Aussage »Müll ist ein Designfehler« packte Hillebrandt das Problem an der Wurzel. Neben dem schonenden Einsatz von Ressourcen gilt es dem größtenteils praktizierten Downcycling von Baustoffen durch eine bessere Trennbarkeit der Materialien entgegenzuwirken. Der Anteil an Wiederverwendung muss sich gegenüber der reinen Weiterverwertung also deutlich erhöhen, um zu echten Recycling-Kreisläufen zu gelangen – und das sowohl auf der Objekt- wie auf der Detailebene. Erste Schritte liegen dabei in einem sparsamen Flächenverbrauch und einer flexiblen Gestaltung von Gebäuden in horizontaler wie vertikaler Hinsicht. Auf der Detailebene sind der Einsatz von reparaturerleichternden und wieder verwendbaren Bauteilen, z.B. durch intelligente Fügungen, herkömmlichen Konstruktionsmethoden vorzuziehen. Zudem gilt es, die am Markt verfügbaren Baustoffe mit entsprechenden und vergleichbaren Informationen auszustatten, um den Planern die Produktauswahl zu erleichtern. Viele Beispiele hierzu sind im aktuellen Atlas Recycling zu finden, den Hillebrandt und ihr Team gemeinsam mit DETAIL realisiert haben.

 

[...] Ob das alles denn auch bezahlbar sei, ist die Frage mit der sich viele Architekten durch ihre Bauherren konfrontiert sehen. Argumentationshilfe bot hierfür der Beitrag von Petra Riegler-Floors, die sich im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit an der Bergischen Universität Wuppertal mit dem Kostenvergleich konventioneller und recyclinggerechter Konstruktionen beschäftigte. Vergleichende Betrachtungen und Beispielrechnungen zeigten, dass es vor allem auf eine ganzheitliche Betrachtung der verschiedenen Lebensphasen eines Gebäudes ankomme. Während bei der konventionellen Bauweise der Blick vornehmlich auf er Errichtungsphase liegt, gilt es für ein zukunftsorientiertes Bauen auch die Phasen der Instandsetzung und des Rückbaus zu berücksichtigen, wodurch recyclierbare Bauweisen tatsächlich die wirtschaftlichere Variante und eine Investition in ein innovatives Rohstofflager darstellen. [...]

 

Text: Katja Reich, Nachbericht zum DETAIL Kongress 2018, kompletter Nachbericht hier...

 


Detaillierte Informationen zu den Referenten und weiteren stattgefunden Vorträgen finden Sie hier

 

Foto: Oktogon | Interartes GmbH

zuletzt bearbeitet am: 12.12.2019